Der Unterwasser-Archäologiepark von Baia in den Phlegräischen Feldern steht im Mittelpunkt einer wegweisenden wissenschaftlichen Forschung. Wie RaiNews berichtet, wird die antike römische Stadt, die teilweise durch Bradyseismus untergetaucht ist, zu einem Labor, wo Technologie und Geschichte zur Erforschung und Erhaltung aufeinandertreffen. Hier konvergieren Archäologie, Robotik und Meeresgeologie, um ein Erbe von außergewöhnlichem Wert zu schützen.

Zu den jüngsten Initiativen gehört das europäische Projekt NERITES, finanziert von Horizon Europe, das in Baia zwischen Ende August und Anfang September 2026 Feldtests durchgeführt hat. Das Ziel ist es, eine Infrastruktur mit autonomen Unterwasserfahrzeugen, Sensoren und dreidimensionaler Rekonstruktion zu erproben, um die Stätten zu überwachen. Das CNR-ISMAR aus Neapel trägt mit spezifischem Fachwissen bei, wodurch die Forschung in Kampanien gestärkt wird.

Ein weiterer wichtiger Beitrag kommt vom ISPRA. Mit dem Projekt MER wurde am 5. Juni 2025 eine hochauflösende bathymetrische LiDAR-Luftvermessung an der kampanischen Küste durchgeführt. Diese detaillierte Kartierung des Meeresbodens des Unterwasser-Archäologieparks von Baia hat es ermöglicht, antike Elemente wie die Seemauern und die Villa dei Pisoni klar zu unterscheiden.

Die Anwendung dieser Technologien ermöglicht nicht nur eine präzise Dokumentation, sondern zielt auch darauf ab, das Erbe zugänglicher zu machen. Durch digitale Photogrammetrie ist es möglich, virtuelle Rekonstruktionen zu erstellen, die es ermöglichen, Mosaike und kaiserliche Villen in ihren Originalfarben zu erkunden. Baia etabliert sich somit als internationales Modell für den Schutz und die Weitergabe eines globalen Erbes.