In Deutschland ist ein fortschreitender Rückgang bei den saisonalen Immunisierungen zu beobachten, im Gegensatz zu anderen internationalen Entwicklungen. Laut Berichten des Nachrichtenmediums Euronews unter Berufung auf Daten der medizinischen Fachzeitschrift Deutsches Ärzteblatt und des Robert Koch-Instituts ließen sich im Jahr 2025 lediglich 34 % der Bürgerinnen und Bürger ab sechzig Jahren gegen die Grippe impfen, womit der niedrigste Stand der letzten siebzehn Jahre erreicht wurde.

Die von den Bundesgesundheitsbehörden herausgegebenen Richtlinien empfehlen die Grippeprophylaxe weiterhin bestimmten Kategorien: Personen im Alter von sechzig Jahren und älter, Personen mit chronischen Erkrankungen, Bewohnern von stationären Pflegeeinrichtungen, medizinischem Personal, Schwangeren sowie Beschäftigten mit Kontakt zu Schweinen oder Geflügel. Für Seniorinnen und Senioren werden zudem Impfungen gegen Pneumokokken und Herpes Zoster empfohlen.

Hinsichtlich des Coronavirus beschränken die aktuellen Empfehlungen den Rat auf Personen über 75 Jahre, klinische Risikogruppen mit geschwächter Immunabwehr und medizinisches Personal. Infolge der Überarbeitung der Prioritäten haben nicht mehr alle gesetzlich Versicherten Anspruch auf die vollständige Kostenerstattung der Verabreichung. Epidemiologische Erhebungen zeigen, dass sich bereits 2025 nur 16 % der über 60-Jährigen impfen ließen.

Die Bundesgesetzgebung hält schließlich an der Nachweispflicht gegen Masern für die Aufnahme in Kindertagesstätten oder für die Beschäftigung im Gesundheits- und Pflegebereich fest. Die wissenschaftliche Forschung untersucht unterdessen weiterhin die potenziellen heterologen Vorteile von Impfungen und bewertet mögliche unspezifische Reaktionen des Immunsystems auf kardiovaskuläre Komplikationen oder neurodegenerative Prozesse.