Deutschland und die gesamte Europäische Union laufen Gefahr, eine fortschreitende Deindustrialisierung zu erleben, so die Aussagen von Hartmut Jenner, Vorstandschef des Industriekonzerns Kärcher. In seinem vom Medium Euronews veröffentlichten Beitrag erklärte der Manager, dass der Kontinent vor einem besonders kritischen wirtschaftlichen Szenario stehe, das durch internationale geopolitische Spannungen, interne regulatorische Hürden und ein Umfeld harter Handelsrivalität verursacht werde, das westliche Exportunternehmen benachteilige.

Jenner hob hervor, wie sehr die Dynamiken des Außenhandels die Aufrechterhaltung gleicher Wettbewerbsbedingungen auf dem Markt erschweren. Konkret nannte er die Unberechenbarkeit der Zollpolitik aus den Vereinigten Staaten und die starke technologische Expansion Chinas, die durch massive staatliche Subventionen und eine gezielte Währungspolitik gestützt werde. Nach Ansicht des Unternehmers führen diese Umstände zu Handelsverzerrungen und Überkapazitäten in der Produktion, die führende europäische Industriezweige schwer belasten.

An der Heimatfront weist der Manager darauf hin, dass der Verlust von Zehntausenden Industriejobs und der Rückgang der Produktionsvolumina ein reales Phänomen darstellen. Preissteigerungen bei Energie-, Lohn- und Strukturkosten verringern die wirtschaftliche Tragfähigkeit neuer Produktionsstätten. Jenner hält Wachstumsprognosen, die durch Staatsausgaben und Schulden angetrieben werden, für unzureichend und verweist auf eine nationale Reformmüdigkeit.

Um diese Krisenfaktoren zu überwinden, fordert die Unternehmensspitze ein geschlossenes Programm, das auf einen deutlichen Abbau bürokratischer Lasten, flexible Arbeitszeiten und Anreize für Überstunden setzt. Auf europäischer Ebene wünscht sich Jenner eine entschlossene EU-Handelspolitik, die Regelverstöße sanktionieren kann, um so faire Rahmenbedingungen für Investitionen und private Innovationen wiederherzustellen.